Eine Dachgaube über die volle Hausbreite vergrößert die nutzbare Wohnfläche im Dachgeschoss erheblich, oft um 30 bis 50 Prozent. Die übliche Bauform dafür ist eine Schleppgaube oder Flachdachgaube. Kosten: 15.000 bis 40.000 Euro je nach Breite, Material und Region. Eine Baugenehmigung ist in den meisten Bundesländern nötig, weil die Gaube das äußere Erscheinungsbild des Hauses verändert.
Was eine Gaube über die gesamte Breite bringt
Einzelne schmale Gauben (1,5 bis 3 Meter breit) gewinnen Stehhöhe nur in einem kleinen Bereich. Eine Gaube über die volle Hausbreite (8 bis 12 Meter) hebt die Deckenhöhe auf der gesamten Dachseite an. Das hat drei Vorteile:
- Deutlich mehr nutzbare Wohnfläche. Unter den Dachschrägen links und rechts einer schmalen Gaube bleibt es niedrig. Bei einer Vollbreitengaube entfällt die Schräge auf einer kompletten Seite.
- Mehr Licht. Statt zwei kleiner Gaubenfenster hast du eine durchgehende Fensterfront.
- Bessere Raumaufteilung. Du kannst Zimmer normal zuschneiden, ohne Dachschrägen einplanen zu müssen.
Welche Gaubenform passt?
Schleppgaube
Die häufigste Form für breite Gauben. Sie hat ein flach geneigtes Dach (Neigung 5 bis 15 Grad), das von der Hauptdachfläche abgesetzt ist. Einfach zu konstruieren, günstig und über jede Breite möglich.
Geeignet für: Satteldächer mit Neigung über 35 Grad. Je steiler das Hauptdach, desto mehr Stehhöhe gewinnt die Schleppgaube.
Flachdachgaube
Ähnlich wie die Schleppgaube, aber mit noch flacherem oder ganz flachem Dach. Moderner Look, ermöglicht maximale Stehhöhe. Die Abdichtung ist aufwendiger, weil Flachdächer anfälliger für Undichtigkeiten sind.
Geeignet für: Moderne Architektur, Häuser mit geringer Dachneigung.
Satteldachgaube über volle Breite?
Technisch möglich, aber selten sinnvoll. Eine Satteldachgaube über die volle Hausbreite wäre praktisch ein zweites Dach auf dem ersten. Das ist konstruktiv aufwendig, teuer und sieht oft proportional falsch aus. Schleppgaube ist die bessere Wahl.
Baugenehmigung
Eine Dachgaube verändert die Kubatur des Gebäudes und damit das äußere Erscheinungsbild. In den meisten Bundesländern brauchst du dafür eine Baugenehmigung.
Was du einreichen musst:
- Bauantrag beim zuständigen Bauamt
- Bauzeichnungen (Ansichten, Schnitte, Grundriss) vom Architekten oder Bauingenieur
- Statischer Nachweis (die Dachkonstruktion muss das Zusatzgewicht tragen)
- Nachweis, dass die Gaube mit dem Bebauungsplan vereinbar ist (Traufhöhe, Firsthöhe, Dachneigung)
Die Genehmigungsdauer liegt je nach Gemeinde bei 4 bis 12 Wochen. Kosten für den Bauantrag: 200 bis 600 Euro (Verwaltungsgebühren), dazu kommen Architektenkosten für die Planung (1.500 bis 3.000 Euro).
Manche Bebauungspläne schließen Gauben aus oder begrenzen ihre Größe. Das solltest du vor der Planung prüfen.
Konstruktion und Statik
Eine Gaube über die volle Hausbreite ist ein ernsthafter Eingriff in die Dachkonstruktion. Es werden Sparren durchtrennt, Lasten umgeleitet und neue Träger eingebaut.
Was ein Statiker prüfen muss:
- Können die vorhandenen Wände und Decken das Zusatzgewicht der Gaube tragen?
- Müssen Sparren verstärkt oder Wechselbalken eingebaut werden?
- Wie werden die Horizontalkräfte der Gaube in die bestehende Konstruktion eingeleitet?
Ohne statischen Nachweis darf kein Bauunternehmen eine Gaube dieser Größe bauen. Der Statiker kostet 800 bis 2.000 Euro, je nach Komplexität.
Was eine Vollbreitengaube kostet
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Planung (Architekt + Statik) | 2.500–5.000 Euro |
| Baugenehmigung | 200–600 Euro |
| Rohbau (Zimmerer: Konstruktion, Dacheindeckung) | 8.000–20.000 Euro |
| Dachdecker (Eindeckung, Abdichtung, Anschlüsse) | 3.000–8.000 Euro |
| Fenster (durchgehende Fensterfront) | 2.000–6.000 Euro |
| Innenausbau (Dämmung, Trockenbau, Elektrik) | 3.000–8.000 Euro |
| Gesamtkosten | 15.000–40.000 Euro |
Die Spanne ist groß, weil Breite, Material und regionale Handwerkerpreise stark variieren. Für ein 10-Meter-breites Einfamilienhaus kannst du mit 25.000 bis 35.000 Euro rechnen.
Zeitrahmen
| Phase | Dauer |
|---|---|
| Planung und Genehmigung | 2–4 Monate |
| Bauausführung | 2–4 Wochen |
| Innenausbau | 2–4 Wochen |
| Gesamtdauer | 3–6 Monate |
Der Bau selbst geht relativ schnell. Die Gaube wird oft als Fertigelement vormontiert und in ein bis zwei Tagen aufgesetzt. Danach folgen Dacheindeckung, Abdichtung und Innenausbau.
Häufige Fragen
Brauche ich für eine Dachgaube eine Baugenehmigung?
In den meisten Bundesländern ja, weil die Gaube das Erscheinungsbild des Hauses verändert. Ausnahmen gibt es nur für sehr kleine Gauben in wenigen Bundesländern.
Wie viel Wohnfläche gewinne ich durch eine Vollbreitengaube?
Abhängig von der Dachneigung: bei einem Satteldach mit 45 Grad Neigung gewinnst du auf einer 10 Meter breiten Seite ca. 10 bis 15 Quadratmeter zusätzliche Wohnfläche mit voller Stehhöhe.
Kann man eine Gaube nachträglich an jedes Dach bauen?
Grundsätzlich ja, solange die Statik es zulässt und der Bebauungsplan es erlaubt. Bei Flachdächern und sehr flachen Dächern (unter 25 Grad) macht eine Gaube wenig Sinn, weil der Raumgewinn gering ist.
Ist eine große Gaube günstiger als zwei kleine?
Pro Quadratmeter gewonnener Fläche ist eine große Gaube meistens günstiger, weil viele Kosten (Planung, Gerüst, Anschlussarbeiten) nur einmal anfallen. Zwei einzelne Gauben haben doppelte Anschlussdetails.
Fazit
Eine Dachgaube über die gesamte Hausbreite ist ein spürbarer Eingriff, aber auch ein spürbarer Gewinn. Du bekommst ein vollwertiges Obergeschoss statt eines eingeschränkten Dachzimmers. Die Kosten (15.000 bis 40.000 Euro) sind hoch, aber verglichen mit einem Anbau oder Umzug in ein größeres Haus ist das eine kosteneffiziente Art, Wohnfläche zu gewinnen. Ohne Statiker und Baugenehmigung geht aber nichts.







