Der COP (Coefficient of Performance) ist die wichtigste Vergleichszahl beim Wärmepumpen-Kauf. Er sagt, wie viel Wärme die WP pro eingesetzter Kilowattstunde Strom liefert. Ein COP von 5,0 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 5 kWh Wärme. Je höher der COP, desto weniger Strom verbraucht das Gerät. Aber der COP wird im Labor gemessen, und im echten Haus sieht die Welt anders aus.
Was der COP misst
Der COP wird nach der Norm EN 14511 unter standardisierten Bedingungen gemessen. Die Bedingungen werden in einem Kürzel angegeben:
A7/W35: Außenlufttemperatur 7 Grad, Heizwasser-Vorlauftemperatur 35 Grad. Der wichtigste Vergleichswert für Luft-Wasser-WP.
A2/W35: 2 Grad Außentemperatur, 35 Grad Vorlauf. Zeigt das Verhalten bei kühlerem Wetter.
A-7/W35: Minus 7 Grad Außentemperatur, 35 Grad Vorlauf. Zeigt das Verhalten bei richtigem Frost.
B0/W35: Sole-Temperatur 0 Grad, 35 Grad Vorlauf. Vergleichswert für Erdwärme-WP.
W10/W35: Grundwasser-Temperatur 10 Grad, 35 Grad Vorlauf. Vergleichswert für Wasser-Wasser-WP.
Der COP bei A7/W35 ist der Standard-Vergleichswert auf Datenblättern und in Tests. Ein guter Wert 2026: 4,5 bis 5,5 für Luft-WP. Der Wolf CHA-07 erreichte im Stiftung-Warentest-Labor 5,1.
Warum der COP im echten Haus niedriger ist
Im Labor herrschen konstant 7 Grad Außentemperatur und 35 Grad Vorlauf. Im echten Haus schwankt die Außentemperatur zwischen minus 15 und plus 20 Grad (Heizperiode). Die Vorlauftemperatur liegt je nach Heizsystem bei 30 bis 55 Grad. Und das Warmwasser braucht 50 bis 55 Grad.
All das senkt den durchschnittlichen COP. Der Wert, der dabei rauskommt, heißt Jahresarbeitszahl (JAZ) und liegt typisch 15 bis 25 Prozent unter dem Labor-COP.
Außerdem: Im Labor gibt es kein Abtauen. Eine Luft-WP muss den Verdampfer regelmäßig von Eis befreien (besonders bei 0 bis 5 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit). Das kostet Energie und senkt den COP. Im Labor wird bei 7 Grad ohne Abtauen gemessen.
Was der COP trotzdem nützt
Der COP ist wie der WLTP-Verbrauch beim Auto: Kein Fahrer erreicht ihn im Alltag, aber er ist trotzdem der beste Vergleichswert zwischen verschiedenen Geräten. Wer im Labor effizienter ist, ist es in der Regel auch im Feld.
Deshalb: Beim Gerätevergleich den COP bei A7/W35 heranziehen. Aber auch den COP bei A-7/W35 anschauen, weil der zeigt, wie das Gerät bei Frost performt. Manche WP verlieren bei Frost überproportional viel Effizienz, andere halten sie relativ stabil. Der Unterschied kann bei 15 Frosttagen pro Jahr 100 bis 200 Euro Strom ausmachen.
COP vs. Wirkungsgrad
Eine Gasheizung hat einen Wirkungsgrad von 85 bis 95 Prozent. Das bedeutet: Aus 1 kWh Gas werden 0,85 bis 0,95 kWh Wärme. Der Rest geht als Abgas und Abstrahlungsverluste verloren.
Eine Wärmepumpe hat einen COP von 3 bis 5. Das bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 3 bis 5 kWh Wärme. Das ist kein Widerspruch zur Thermodynamik, weil die restliche Wärme nicht aus dem Strom kommt, sondern aus der Umgebung (Luft, Erde, Wasser).
In Prozent ausgedrückt: COP 3,5 entspricht einem „Wirkungsgrad“ von 350 Prozent. Deshalb verwendet man bei Wärmepumpen den COP statt des Wirkungsgrads, um Verwirrung zu vermeiden.
COP-Werte typischer Geräte 2026
Luft-Wasser-WP (R290, Monoblock) bei A7/W35: 4,0 bis 5,5. Spitzengeräte (Wolf CHA, Viessmann Vitocal 250-A): 5,0 bis 5,5. Mittelfeld (Bosch, Daikin, Stiebel Eltron): 4,2 bis 4,8. Günstige Geräte: 3,5 bis 4,2.
Sole-Wasser-WP bei B0/W35: 4,5 bis 5,5. Konstant hoch, weil die Quellentemperatur stabil ist.
Wasser-Wasser-WP bei W10/W35: 5,5 bis 6,5. Die höchsten COP-Werte aller Typen.
Der COP-Unterschied zwischen Spitze und Mittelfeld (0,5 bis 1,0 Punkte) klingt klein, aber über 20 Jahre summiert er sich auf 3.000 bis 8.000 Euro Stromkosten. Deshalb lohnt es sich, beim Gerätekauf auf den COP zu achten, nicht nur auf den Anschaffungspreis.







