Eine Wärmepumpe spart gegenüber einer Gasheizung 50 bis 75 Prozent CO2. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus sind das 2 bis 3 Tonnen CO2 pro Jahr. Über 20 Jahre: 40 bis 60 Tonnen. Das entspricht 20 bis 30 Flugreisen Frankfurt-New York. Wer mit Solarstrom heizt, kommt sogar auf 80 bis 90 Prozent CO2-Reduktion.
Die Rechnung
Die CO2-Emissionen einer Heizung kommen aus zwei Quellen: dem Brennstoff (bei Gas/Öl) oder dem Strom (bei WP).
Gasheizung: 15.000 kWh Heizwärmebedarf, Nutzungsgrad 95 Prozent, also 15.800 kWh Gas. CO2-Faktor Erdgas: 202 g CO2 pro kWh. Emissionen: 3.192 kg CO2 pro Jahr.
Wärmepumpe mit Netzstrom: 15.000 kWh Bedarf, JAZ 3,5, also 4.286 kWh Strom. CO2-Faktor Strommix Deutschland 2026: geschätzt 350 g CO2 pro kWh (sinkend durch Ausbau Erneuerbarer, 2024 waren es 380 g). Emissionen: 1.500 kg CO2 pro Jahr.
Ersparnis: 1.692 kg CO2 pro Jahr, also 53 Prozent weniger.
Wärmepumpe mit 30 Prozent PV-Eigenverbrauch: 3.000 kWh Netzstrom (à 350 g) plus 1.286 kWh Solarstrom (à 25 g, nur Herstellungsemissionen). Emissionen: 1.082 kg CO2 pro Jahr. Ersparnis: 66 Prozent.
Wärmepumpe mit Ökostrom (zertifiziert, 0 g CO2): 0 kg direkte Emissionen. In der Praxis produziert auch Ökostrom bei der Herstellung der Anlagen CO2, aber der Betrieb ist emissionsfrei. Ersparnis: quasi 100 Prozent.
Warum die WP-Bilanz mit jedem Jahr besser wird
Der CO2-Faktor des deutschen Strommix sinkt. 2020 lag er bei 410 g/kWh. 2024 bei 380 g. 2030 soll er bei 200 bis 250 g liegen (Ziel der Bundesregierung: 80 Prozent Erneuerbare). Je grüner der Strom wird, desto sauberer wird die Wärmepumpe. Eine WP, die heute mit Netzstrom 53 Prozent CO2 spart, wird 2030 bei gleichem Betrieb 70 bis 80 Prozent sparen.
Die Gasheizung wird dagegen nicht besser. Erdgas bleibt Erdgas, 202 g CO2 pro kWh, unverändert. Biogas (40 bis 80 g/kWh) wäre eine Alternative, ist aber teuer und mengenmäßig begrenzt. Grüner Wasserstoff ist noch teurer und nicht verfügbar.
Graue Energie: CO2 bei der Herstellung
Die Herstellung einer Wärmepumpe verursacht CO2: Kompressor, Kältemittel, Elektronik, Gehäuse. Schätzungen liegen bei 500 bis 1.500 kg CO2 für die Produktion einer Luft-WP. Bei einer Erdwärme-WP kommen 200 bis 500 kg für die Erdsonde dazu.
Diese „graue Energie“ ist nach 6 bis 18 Monaten Betrieb durch die CO2-Einsparung gegenüber Gas kompensiert. Über die 20-jährige Lebensdauer ist die Herstellungs-CO2 vernachlässigbar.
Zum Vergleich: Ein neuer Gaskessel hat etwa 300 bis 600 kg CO2 Herstellungsemissionen. Weniger als die WP, aber er stößt dann 20 Jahre lang 3.000 kg CO2 pro Jahr aus.
CO2-Preis und was er kostet
Seit 2021 gibt es in Deutschland einen CO2-Preis auf fossile Brennstoffe. 2026 liegt er bei 55 Euro pro Tonne. Für eine Gasheizung mit 3,2 Tonnen CO2 pro Jahr: 176 Euro CO2-Aufschlag auf die Gasrechnung.
Ab 2027 wird Erdgas in den EU-Emissionshandel (ETS2) einbezogen. Zertifikatepreise von 80 bis 150 Euro pro Tonne werden erwartet. Bei 3,2 Tonnen: 256 bis 480 Euro CO2-Kosten pro Jahr. Das macht Gas jedes Jahr teurer, während die WP davon nicht betroffen ist.
Die WP hat zwar auch einen CO2-Fußabdruck (über den Strom), aber der sinkt automatisch mit dem Strommix. Und wer einen Ökostromtarif hat, zahlt keinen CO2-Aufschlag.
Die Zahlen auf einen Blick
Gasheizung 15.000 kWh: 3.192 kg CO2 pro Jahr. Luft-WP mit Netzstrom (JAZ 3,5): 1.500 kg. Luft-WP mit PV-Eigenverbrauch (30 Prozent): 1.082 kg. Luft-WP mit Ökostrom: nahe 0 kg. Erdwärme-WP mit Netzstrom (JAZ 4,5): 1.167 kg. Ölheizung 15.000 kWh: 4.230 kg.
Die Wärmepumpe ist die klimafreundlichste Heizung, die es für Einfamilienhäuser gibt. Und sie wird jedes Jahr klimafreundlicher, weil der Strommix grüner wird.







