Eine Brauchwasser-Wärmepumpe macht nur eines: Warmwasser. Keine Heizung, keine Raumwärme. Dafür kostet sie nur 1.500 bis 3.000 Euro inklusive Einbau und spart 30 bis 50 Prozent der Energiekosten für Warmwasser. Wer eine alte Gas- oder Ölheizung hat und noch nicht komplett umsteigen will, kann mit einer Brauchwasser-WP den Warmwasseranteil schon mal aus der fossilen Rechnung nehmen.
Funktionsprinzip
Die Brauchwasser-WP steht meistens im Keller oder Hauswirtschaftsraum und nutzt die Raumluft als Wärmequelle. Ein integrierter Verdampfer entzieht der Umgebungsluft Wärme und überträgt sie auf einen Warmwasserspeicher (200 bis 300 Liter). Der COP liegt bei 2,0 bis 3,0, abhängig von der Raumtemperatur.
Im Keller ist die Luft ganzjährig 12 bis 18 Grad warm, durch Abwärme von Waschmaschine, Trockner und Heizungsrohren. Die Brauchwasser-WP kühlt den Keller dabei leicht ab (um 2 bis 4 Grad), was im Sommer sogar angenehm ist und im Winter kaum auffällt.
Manche Modelle lassen sich an einen Außenluftkanal anschließen, sodass sie Außenluft statt Kellerluft nutzen. Das vermeidet die Kellerkühlung, senkt aber den COP im Winter.
Kosten und Ersparnis
Gerät mit 200 bis 300 Liter Speicher: 1.000 bis 2.500 Euro. Installation (Anschluss an die Warmwasserleitungen, Elektrik, Kondensatablauf): 400 bis 800 Euro. Gesamt: 1.500 bis 3.000 Euro.
Ein Drei-Personen-Haushalt verbraucht rund 2.000 bis 3.000 kWh pro Jahr für Warmwasser. Mit der alten Gasheizung (Wirkungsgrad 85 Prozent): 2.350 bis 3.500 kWh Gas, Kosten rund 250 bis 350 Euro. Mit der Brauchwasser-WP (COP 2,5): 800 bis 1.200 kWh Strom, Kosten 200 bis 360 Euro bei Normalstromtarif.
Die Ersparnis ist bei reinem Kostenvergleich gering (50 bis 100 Euro pro Jahr), weil Strom teurer ist als Gas pro kWh. Der eigentliche Vorteil: Wenn man die Gasheizung im Sommer komplett abschalten kann, spart man den Gasverbrauch für Warmwasser und die Verluste durch den Standby-Betrieb des Gaskessels. Das macht 200 bis 400 Euro pro Jahr aus.
Kombination mit Photovoltaik
Hier wird die Brauchwasser-WP richtig interessant. Wer eine PV-Anlage hat, kann den Überschussstrom nutzen, um Warmwasser zu erzeugen. Solarstrom kostet 8 bis 12 Cent Gestehungskosten statt 30 Cent Netzstrom. Die Warmwasserkosten sinken auf 80 bis 120 Euro pro Jahr.
Viele Brauchwasser-WP haben einen SG-Ready-Eingang oder einen einfachen Schalteingang, über den ein Energiemanagementsystem die WP einschalten kann, wenn PV-Überschuss vorhanden ist. Das Gerät heizt den Speicher dann auf 55 oder 60 Grad auf und speichert die Wärme für den Abend.
Für wen sie passt
Als Ergänzung zur bestehenden Heizung. Die Gas- oder Ölheizung macht weiterhin die Raumwärme, die Brauchwasser-WP übernimmt das Warmwasser. Im Sommer kann die alte Heizung komplett aus bleiben.
Als Überbrückung. Wer den kompletten Heizungstausch noch 3 bis 5 Jahre hinausschieben will, kann mit der Brauchwasser-WP schon mal den Warmwasseranteil elektrifizieren.
In Kombination mit Luft-Luft-WP. Die Luft-Luft-WP macht keine Warmwasser. Eine Brauchwasser-WP ergänzt sie perfekt.
Grenzen
Nicht geeignet als alleinige Warmwasserversorgung in großen Haushalten. Bei 5 Personen und 300 Liter Speicher kann das Warmwasser knapp werden, wenn morgens alle gleichzeitig duschen. Die Aufheizzeit von 15 auf 55 Grad dauert 4 bis 6 Stunden.
Im kalten Keller (unter 10 Grad) sinkt der COP deutlich. Das Gerät arbeitet dann kaum effizienter als ein normaler Elektroboiler.
Lautstärke: 35 bis 50 dB(A), ähnlich einem Kühlschrank. Im Keller kein Problem, in der Wohnung hörbar.







