Ein gemauertes Bett ist stabil, langlebig und sieht massiv aus. Du brauchst Porenbeton- oder Kalksandsteine, Dünnbettmörtel, eine Wasserwaage und ein Wochenende Zeit. Die Baukosten liegen bei 100 bis 300 Euro für ein Doppelbett. Der Aufwand ist überschaubar, weil die Mauern nur 2 bis 3 Steinreihen hoch sein müssen.
Warum ein gemauertes Bett?
Ein gemauertes Bettgestell hat Vorteile gegenüber Holz oder Metall:
- Extrem stabil, kein Knarren, kein Wackeln
- Langlebig (Stein hält Jahrzehnte)
- Individuell in jeder Größe und Höhe möglich
- Günstig im Material (Porenbeton kostet wenig)
- Lässt sich verputzen, streichen oder mit Holz verkleiden
- Kein Aufbau nötig bei Umzug (Nachteil und Vorteil zugleich)
Der Nachteil: Du kannst es nicht mitnehmen. Ein gemauertes Bett ist fest. Wenn du zur Miete wohnst, kläre das vorher mit dem Vermieter.
Material: Welche Steine taugen?
| Stein | Gewicht | Verarbeitung | Preis pro Stück | Empfehlung |
|---|---|---|---|---|
| Porenbeton (Ytong) 60x25x10 cm | ca. 6 kg | Leicht, gut zu sägen | 2–4 Euro | Beste Wahl für Innenräume |
| Kalksandstein 24×11,5×7,1 cm | ca. 4 kg | Schwerer, stabiler | 0,50–1 Euro | Günstiger, aber mehr Steine nötig |
| Ziegel (Vollstein) | ca. 3,5 kg | Schwer, rustikal | 0,40–0,80 Euro | Optisch ansprechend, viel Arbeit |
Empfehlung: Porenbeton (Ytong). Leicht zu verarbeiten, leicht zu sägen, und du brauchst wegen der großen Formate weniger Steine und weniger Mörtel. Für ein Doppelbett reichen ca. 30 bis 40 Steine.
Bauanleitung: Doppelbett 180 x 200 cm
Was du brauchst
- Ca. 35 Porenbetonsteine 60 x 25 x 10 cm
- Dünnbettmörtel für Porenbeton (1 Sack, 25 kg)
- Wasserwaage, Zollstock, Bleistift
- Fuchsschwanz oder Porenbetonsäge (Ytong lässt sich mit Handsäge schneiden)
- Gummihammer
- Lattenrost (180 x 200 cm)
- Optional: Putz, Farbe oder Holzverkleidung
Schritt 1: Maße festlegen
Das Bett besteht aus drei Mauern:
- 2 Seitenmauern (Längsseiten): je 200 cm lang
- 1 Kopfmauer: 180 cm lang (Kopfteil)
- Fußende offen lassen (erleichtert Bezug wechseln und Reinigung)
Mauerhöhe: 2 Steinreihen (ca. 30 cm) für ein niedriges Bett, 3 Reihen (ca. 45 cm) für normale Betthöhe. Mit Matratze (20 cm) und Lattenrost (5 cm) ergibt das eine Gesamthöhe von 55 bis 70 cm.
Schritt 2: Mauern
- Erste Steinreihe trocken auslegen und ausrichten. Steine an den Ecken im Verband setzen (Steine überlappen sich an den Kreuzungspunkten).
- Steine einzeln mit Dünnbettmörtel verkleben. Mörtel mit einer Zahnkelle auf die Auflagefläche auftragen (2 bis 3 mm Schicht). Stein auflegen, mit Wasserwaage ausrichten, mit Gummihammer korrigieren.
- Zweite Reihe im Versatz mauern (Stoßfugen um mindestens 10 cm versetzen). Jede Reihe mit der Wasserwaage prüfen.
- Optional: Dritte Reihe für mehr Höhe.
- Mörtel 24 Stunden trocknen lassen, bevor du den Lattenrost einlegst.
Schritt 3: Lattenrost auflegen
Der Lattenrost liegt auf den Seitenmauern auf. Du brauchst dafür eine Auflagefläche:
- Einfachste Lösung: Zwei Holzleisten (6 x 4 cm, Länge 200 cm) auf die Seitenmauern schrauben (mit Betonschrauben oder Montagekleber). Der Lattenrost liegt auf den Leisten.
- Alternative: Eine Reihe Steine etwas nach innen versetzt mauern, sodass ein Absatz entsteht, auf dem der Lattenrost liegt.
Schritt 4: Oberfläche gestalten
Rohes Porenbeton sieht nicht besonders aus. Optionen:
- Verputzen und streichen (glatte, moderne Optik)
- Mit Holzpaneelen verkleiden (warme Optik, versteckt die Steine)
- Sichtbar lassen und nur grundieren (Industrial-Look)
- Fliesen oder Mosaiksteine aufkleben (Badezimmer-Stil)
Was es kostet
| Posten | Kosten |
|---|---|
| 35 Porenbetonsteine | 70–140 Euro |
| Dünnbettmörtel (25 kg) | 10–15 Euro |
| Holzleisten für Lattenrost-Auflage | 10–20 Euro |
| Putz und Farbe (optional) | 20–40 Euro |
| Lattenrost (nicht im Mauerbau enthalten) | 50–150 Euro |
| Gesamt (ohne Lattenrost und Matratze) | 100–215 Euro |
Das ist deutlich günstiger als ein vergleichbares Massivholz-Bett (400 bis 1.500 Euro).
Häufige Fehler
- Steine nicht im Verband gemauert. Wenn die Stoßfugen übereinander liegen, hat die Mauer keinen Halt.
- Keine Wasserwaage benutzt. Schiefe Mauern fallen auf und der Lattenrost liegt nicht plan.
- Zu wenig Mörtel. Dünnbettmörtel muss die gesamte Auflagefläche bedecken, nicht nur Punkte.
- Zu schnell weitergebaut. Mörtel braucht 24 Stunden zum Aushärten.
- Kein Schutz für den Boden. Lege eine Folie oder alten Teppich unter die Mauern, bevor du anfängst. Mörtelreste auf Parkett sind schwer zu entfernen.
Häufige Fragen
Trägt der Boden ein gemauertes Bett?
In den meisten Fällen ja. Ein gemauertes Doppelbett aus Porenbeton wiegt ca. 200 bis 250 kg (mit Matratze und Person). Das verteilt sich auf die Auflagefläche der Mauern und ist weniger als ein gefülltes Bücherregal. Bei Altbauten mit Holzbalkendecke im Zweifelsfall einen Statiker fragen.
Kann ich ein gemauertes Bett in einer Mietwohnung bauen?
Theoretisch ja, aber du musst es beim Auszug zurückbauen. Vorher mit dem Vermieter klären. Porenbeton lässt sich vergleichsweise leicht abreißen.
Wie hoch sollte ein gemauertes Bett sein?
Oberkante Matratze sollte bei 55 bis 65 cm liegen (Sitzhöhe). Bei 20 cm Matratze + 5 cm Lattenrost brauchst du 30 bis 40 cm Mauerhöhe (2 bis 3 Steinreihen Porenbeton).
Brauche ich ein Kopfteil?
Nicht zwingend, aber empfohlen. Ohne Kopfteil rutschen die Kissen nachts an die Wand und die Wand wird schmutzig. Eine Kopfmauer von 60 bis 80 cm Höhe reicht.
Fazit
Ein Bett zu mauern ist einfacher als es klingt. 35 Steine, Mörtel, ein Wochenende. Das Ergebnis ist massiv, stabil und kostet einen Bruchteil eines Holzbetts. Porenbeton ist dabei das einfachste Material: leicht zu schneiden, leicht zu verarbeiten, leicht genug für normale Böden. Wer handwerklich nicht ganz unbegabt ist, schafft das als erstes Maurerprojekt.







