Die laufenden Kosten einer Wärmepumpe liegen bei 1.100 bis 1.800 Euro pro Jahr für ein durchschnittliches Einfamilienhaus. Das sind 200 bis 600 Euro weniger als bei einer Gasheizung. Der größte Posten ist der Strom, gefolgt von Wartung und Versicherung. Und anders als bei Gas gibt es keinen Schornsteinfeger und keinen Gasanschluss-Grundpreis mehr.
Stromkosten
Der Stromverbrauch hängt von drei Dingen ab: dem Heizwärmebedarf des Hauses (in kWh), der Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe und dem Strompreis.
Die Rechnung: Heizwärmebedarf geteilt durch JAZ gleich Stromverbrauch. Bei 15.000 kWh Bedarf und JAZ 3,5: 4.286 kWh Strom pro Jahr. Bei 20.000 kWh und JAZ 3,0: 6.667 kWh.
Der Strompreis für die WP: Normalstromtarif (30 Cent pro kWh) oder Wärmepumpentarif (22 bis 25 Cent). Der WP-Tarif braucht einen separaten Zähler und Rundsteuerempfänger, über den der Netzbetreiber die WP in Spitzenzeiten kurzzeitig abschalten darf (maximal 2 Stunden, in der Praxis selten). Die Einrichtung kostet einmalig 200 bis 500 Euro, laufend rund 40 Euro Messstellengebühr pro Jahr. Lohnt sich ab rund 3.000 kWh Jahresverbrauch.
Beispielrechnung: 15.000 kWh Bedarf, JAZ 3,5, Wärmepumpentarif 24 Cent: 4.286 kWh mal 0,24 Euro gleich 1.029 Euro pro Jahr. Mit Normalstrom (30 Cent): 1.286 Euro. Der WP-Tarif spart hier 257 Euro pro Jahr.
Wer eine PV-Anlage hat, drückt die Kosten weiter. Jede kWh Eigenverbrauch kostet nur 8 bis 12 Cent statt 24 bis 30 Cent. Bei 30 Prozent PV-Deckung (realistisch mit 10-kWp-Anlage) sinken die Heizkosten um 150 bis 250 Euro pro Jahr.
Wartungskosten
Eine Wärmepumpe braucht einmal jährlich eine Inspektion. Der Techniker prüft: Kältemitteldruck und Leckage, Filter und Verdampfer (bei Luft-WP: Laub und Verschmutzung entfernen), Sole-Druck und Frostschutzmittel (bei Erdwärme-WP), Wasserdruck im Heizkreis, Funktion der Regelung und Sensoren, Kondensatablauf (bei Luft-WP).
Kosten: 150 bis 300 Euro pro Jahr, je nach Betrieb und Region. Manche Hersteller bieten Wartungsverträge an (200 bis 350 Euro pro Jahr inklusive jährlicher Inspektion und vergünstigter Ersatzteile). Ab 2025 ist bei Geräten mit mehr als 3 kg fluoriertem Kältemittel (R32, R410A) eine jährliche Dichtheitsprüfung Pflicht. Bei R290 (Propan) entfällt diese Pflicht, weil R290 kein F-Gas ist. Ein weiterer Vorteil von R290-Geräten.
Im Vergleich zur Gasheizung: Gas-Wartung kostet 150 bis 250 Euro, dazu kommen Schornsteinfeger (50 bis 100 Euro Pflicht) und Gasanschluss-Grundpreis (80 bis 150 Euro). Die WP spart hier 80 bis 200 Euro pro Jahr.
Versicherung
Die Wärmepumpe sollte in der Wohngebäudeversicherung mitversichert sein. Die meisten Policen decken fest installierte Haustechnik ab. Bei manchen Versicherern muss die WP explizit gemeldet werden, bei anderen ist sie automatisch mitversichert. Prüfen lohnt sich, ein Anruf beim Versicherer reicht.
Was abgedeckt sein sollte: Sturmschäden am Außengerät, Wasserschäden durch Leitungsleck, Blitzschlag und Überspannung, Vandalismus. Was meistens nicht abgedeckt ist: Verschleiß, Bedienungsfehler, mangelhafte Installation.
Aufpreis für die Mitversicherung der WP in der Gebäudeversicherung: 20 bis 50 Euro pro Jahr. Manche Versicherer berechnen keinen Aufpreis, wenn die WP als fester Gebäudebestandteil gilt.
Eine separate Wärmepumpen-Versicherung (All-Risk oder Maschinenbruch) kostet 100 bis 200 Euro pro Jahr und deckt auch Defekte durch Materialermüdung, Bedienfehler oder Kurzschluss ab. Ob sich das lohnt, hängt von der Risikobereitschaft ab. Die Herstellergarantie deckt die meisten Defekte in den ersten 5 bis 10 Jahren ab.
Gesamtübersicht laufende Kosten pro Jahr
Strom (WP-Tarif, 15.000 kWh Bedarf, JAZ 3,5): rund 1.030 Euro. Wartung: 200 Euro. Versicherung: 30 Euro. Messstellengebühr WP-Zähler: 40 Euro. Gesamt: rund 1.300 Euro.
Zum Vergleich Gasheizung (gleicher Bedarf): Gas 1.580 Euro, Wartung 200 Euro, Schornsteinfeger 70 Euro, Grundpreis 120 Euro, Versicherung 20 Euro. Gesamt: rund 1.990 Euro.
Ersparnis WP gegenüber Gas: rund 690 Euro pro Jahr. Mit eigener PV-Anlage (30 Prozent Deckung): Ersparnis rund 890 Euro.
Kosten, die oft vergessen werden
Der WP-Zähler. Wer den WP-Tarif nutzen will, braucht einen zweiten Zähler. Einbau: 200 bis 500 Euro. Manche Netzbetreiber stellen den Zähler kostenlos, andere berechnen eine Gebühr.
Filterwechsel. Der Luftfilter am Verdampfer (bei Luft-WP) sollte alle 1 bis 2 Jahre gereinigt oder getauscht werden. Kosten: 20 bis 50 Euro, kann man selbst machen.
Sole-Nachfüllung. Bei Erdwärme-WP muss alle paar Jahre die Sole (Wasser-Glykol-Gemisch) geprüft und eventuell nachgefüllt werden. Kosten: 50 bis 100 Euro.
Softwareupdates. Die meisten modernen WP haben eine Internetanbindung und bekommen Updates automatisch. Manchmal muss der Techniker beim Wartungstermin ein Update manuell einspielen. Kosten: im Wartungsvertrag enthalten oder 0 bis 50 Euro extra.







