Ein Batteriespeicher zwischen PV-Anlage und Wärmepumpe klingt nach der perfekten Ergänzung: Solarstrom speichern und abends verheizen. In der Praxis ist die Rechnung komplizierter. Der Speicher lohnt sich vor allem für den Haushaltsstrom, weniger für die WP. Denn die WP braucht den meisten Strom im Winter, wenn der Speicher kaum etwas zu speichern hat.
Was der Speicher bringt
Ohne Speicher: Die PV produziert tagsüber, der Überschuss fließt ins Netz (7 bis 8 Cent). Abends kauft man Strom für 25 bis 30 Cent. Eigenverbrauchsquote: 25 bis 35 Prozent.
Mit 10-kWh-Speicher: Der Tagesüberschuss wird gespeichert und abends verbraucht. Eigenverbrauchsquote: 45 bis 60 Prozent. Die zusätzlich selbst genutzten kWh sparen jeweils die Differenz zwischen Netzstrompreis und Einspeisevergütung: 17 bis 22 Cent pro kWh.
Bei 2.000 bis 3.000 kWh zusätzlichem Eigenverbrauch durch den Speicher: 350 bis 660 Euro Ersparnis pro Jahr.
Was der Speicher kostet
Ein 10-kWh-LiFePO4-Speicher kostet 2026 rund 5.000 bis 9.000 Euro. Dazu kommen 500 bis 1.000 Euro für Installation und Verkabelung. Gesamt: 5.500 bis 10.000 Euro.
Lebensdauer: 15 bis 20 Jahre, 6.000 bis 10.000 Zyklen. Nach 15 Jahren hat der Speicher noch 70 bis 80 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität.
Amortisation: Bei 400 bis 600 Euro Ersparnis pro Jahr: 9 bis 17 Jahre. Bei steigendem Strompreis schneller, bei fallendem Strompreis langsamer.
Warum der Speicher für die WP weniger bringt als gedacht
Die WP verbraucht im Dezember und Januar 800 bis 1.200 kWh pro Monat. Die PV produziert in diesen Monaten 300 bis 500 kWh. Der Speicher kann nur speichern, was die PV produziert. Selbst wenn der Speicher den gesamten PV-Ertrag im Winter auffängt, deckt er nur 25 bis 40 Prozent des WP-Bedarfs in diesen Monaten.
Im Sommer ist es umgekehrt: Die PV produziert massig Strom, aber die WP braucht fast nichts (nur Warmwasser). Der Speicher wird voll, der Überschuss fließt trotzdem ins Netz.
Die Übergangszeit (März bis Mai, September bis November) ist der Sweet Spot: Genug PV-Ertrag und genug WP-Bedarf, damit der Speicher beides zusammenbringen kann.
In der Jahresbilanz deckt der Speicher vielleicht 10 bis 15 Prozent des WP-Stroms zusätzlich. Den Rest muss das Netz liefern.
Für den Haushaltsstrom rechnet sich der Speicher besser
Der Haushaltsstrom (3.000 bis 5.000 kWh) verteilt sich gleichmäßiger über das Jahr und über den Tag. Abends um 19 Uhr kochen, Licht, Fernseher, Waschmaschine: alles nach Sonnenuntergang. Genau hier springt der Speicher ein und ersetzt teuren Netzstrom.
60 bis 70 Prozent des Speicher-Nutzens kommen vom Haushaltsstrom, nur 30 bis 40 Prozent von der WP. Trotzdem: Die WP vergrößert den Gesamtverbrauch und damit die absolute Menge an gespeichertem und eingesparten Strom. Ohne WP wäre der Speicher bei einem 4.000-kWh-Haushalt schnell überdimensioniert. Mit WP passt ein 10-kWh-Speicher besser, weil der Gesamtverbrauch auf 8.000 bis 12.000 kWh steigt.
Speichergröße richtig wählen
Faustregel: 1 kWh Speicherkapazität pro 1.000 kWh Jahresstromverbrauch. Bei 9.000 kWh (Haushalt plus WP): 8 bis 10 kWh Speicher. Größer bringt wenig mehr Eigenverbrauch, weil der Speicher an sonnigen Tagen auch mit 8 kWh voll wird und an trüben Tagen sowieso nichts zu speichern hat.
Für Haushalte ohne WP: 5 bis 7 kWh reichen. Mit WP: 8 bis 12 kWh. Mit WP und E-Auto: 10 bis 15 kWh.
Wann sich der Speicher lohnt
Bei hohem Strompreis (über 30 Cent): Die Differenz zur Einspeisevergütung ist groß, der Speicher spart mehr pro kWh. Amortisation in 9 bis 12 Jahren.
Bei niedrigem Speicherpreis: Die Preise für LiFePO4-Speicher fallen. 2024 kosteten 10 kWh noch 8.000 bis 12.000 Euro, 2026 sind es 5.000 bis 9.000 Euro. Wenn der Trend anhält, wird die Amortisation kürzer.
Bei Kombination mit dynamischem Stromtarif: Der Speicher kann nachts bei billigem Börsenstrom (5 bis 10 Cent) laden und tagsüber bei teuren Stunden (30 bis 40 Cent) entladen. Das bringt zusätzliche Ersparnis, braucht aber eine intelligente Steuerung.
Wann der Speicher sich (noch) nicht lohnt
Wenn das Budget begrenzt ist und man zwischen Speicher und Heizkörpertausch/Dämmung wählen muss: Erst die WP-Effizienz verbessern. Ein Heizkörpertausch (1.500 Euro) bringt mehr als ein Speicher (7.000 Euro), weil er den Stromverbrauch dauerhaft senkt.
Wenn die PV-Anlage klein ist (unter 7 kWp): Wenig Überschuss zum Speichern. Erst die PV-Anlage vergrößern, dann über den Speicher nachdenken.
Wenn man einen günstigen WP-Tarif hat (22 Cent) und wenig zu Hause ist: Der Netzstrom ist dann fast so günstig wie der gespeicherte Solarstrom, und die Ersparnis durch den Speicher ist gering.







