Der Aufstellort entscheidet über Lautstärke, Effizienz und Nachbarschaftsfrieden. Die meisten Luft-Wasser-WP stehen draußen (Monoblock), manche haben die Inneneinheit im Keller (Split). Erdwärme-WP stehen komplett innen. Egal welche Variante: Wer den Platz vorher durchdenkt, vermeidet teure Nachbesserungen.
Außenaufstellung (Luft-WP Monoblock)
Das komplette Gerät steht im Freien, meistens an der Hauswand oder im Garten. Nur zwei Wasserleitungen führen durch die Wand ins Haus.
Platzbedarf: Grundfläche 80 x 60 cm bis 120 x 60 cm, Höhe 80 bis 130 cm. Dazu braucht das Gerät Platz für die Luftansaugung und den Luftauslass. Die meisten Hersteller verlangen 30 cm Abstand zur Hauswand und 200 cm freien Raum vor dem Luftauslass. Enge Umhausungen oder Bepflanzung direkt am Gerät behindern den Luftstrom und senken die Effizienz.
Fundament: Betonplatte (mindestens 80 x 80 cm, 10 bis 15 cm dick) oder Metallständer mit Schwingungsdämpfern. Nicht direkt auf Rasen oder Erde stellen, weil das Gerät im Betrieb vibriert und sich ohne festes Fundament langsam einsinkt.
Kondensatablauf: Im Heizbetrieb bildet sich Kondenswasser am Verdampfer, besonders bei feuchtem Winterwetter. Das Wasser muss abgeleitet werden, entweder über eine Rinne in die Kanalisation oder in den Garten. Im Winter gefriert das Kondenswasser und bildet Eisflächen. Deshalb nicht neben Gehwegen oder der Garageneinfahrt aufstellen.
Abstand zum Nachbarn: Mindestens 3 Meter zur Grundstücksgrenze (je nach Landesbauordnung), besser 5 Meter. Nicht direkt gegenüber dem Schlafzimmerfenster des Nachbarn.
Leitungslänge: Je kürzer die Wasserleitungen zwischen Außengerät und Heizraum, desto weniger Wärmeverlust. Ideal: 3 bis 5 Meter. Über 10 Meter wird der Verlust spürbar und die Leitungsisolierung teurer.
Innenaufstellung (Erdwärme-WP oder Split-Inneneinheit)
Erdwärme-WP (Sole-Wasser) stehen komplett im Haus, meistens im Keller oder Hauswirtschaftsraum. Kein Außengerät, kein Lärm draußen, keine Abstandsregeln zum Nachbarn.
Platzbedarf: WP-Gerät (60 x 60 x 180 cm typisch) plus Pufferspeicher (falls nötig) plus Warmwasserspeicher. Zusammen braucht man etwa 2 bis 3 Quadratmeter Stellfläche und 2 Meter Raumhöhe.
Raumtemperatur: Der Aufstellraum sollte nicht zu kalt sein (mindestens 5 Grad), weil die Elektronik sonst Probleme macht. Andererseits darf er nicht abgeschlossen sein, falls die WP gewartet werden muss. Zugänglichkeit für den Techniker ist Pflicht.
Split-Inneneinheit: Steht im Keller oder Heizraum. Kompakter als eine Sole-WP, weil der Kompressor im Außengerät sitzt. Braucht etwa 1 bis 1,5 Quadratmeter Stellfläche.
Wo man nicht aufstellen sollte
In einer Nische zwischen zwei Hauswänden. Der Schall reflektiert und verstärkt sich (plus 3 bis 6 dB). Außerdem staut sich die kalte Abluft, was die Effizienz senkt.
Direkt unter einem Fenster. Die kalte Abluft der Luft-WP (5 bis 10 Grad kälter als die Umgebung) zieht nach oben und kann ins offene Fenster strömen.
Auf einem Balkon oder einer Terrasse. Die Vibrationen übertragen sich auf die Gebäudestruktur und sind im Haus hörbar. Außerdem ist die Tragfähigkeit zu prüfen (Luft-WP wiegen 80 bis 150 kg).
In der Garage (bei Luft-WP). Die Luft in der Garage ist im Winter kalt und feucht, aber das Volumen reicht nicht für den Luftdurchsatz. Die WP saugt die Garagenluft leer und kühlt sie weiter ab, was die Effizienz senkt und Feuchtigkeitsprobleme verursacht.
Schallschutz am Aufstellort
Schwingungsdämpfer unter dem Gerät kosten 50 bis 150 Euro und entkoppeln die WP vom Fundament. Das reduziert Körperschall, der sich sonst über den Boden ins Haus überträgt.
Schallschutzwand: Eine Mauer oder ein Zaun zwischen WP und Nachbargrundstück reduziert den Lärm um 5 bis 10 dB. Die Wand muss höher sein als das Gerät und darf den Luftstrom nicht blockieren.
Schallschutzhaube: Umhausungen vom Hersteller oder Zubehöranbieter kosten 500 bis 1.500 Euro und senken den Pegel um 3 bis 8 dB. Nicht jede Haube passt zu jedem Gerät, und manche behindern den Luftstrom.
Nachtmodus: Die meisten modernen WP haben einen Nachtmodus, der die Kompressor-Drehzahl und den Ventilator nachts reduziert. Weniger Leistung, weniger Lärm (minus 3 bis 5 dB), aber auch weniger Wärme. Für die meisten Häuser reicht die reduzierte Leistung nachts aus, weil dann weniger geheizt wird.







